Nachtgedanken und morgendliche Muße

Gestern via jung & naiv die Präsidentenwahl der Bundesversammlung geguckt.

Dabei erschrocken festgestellt, dass die Körperhaltung von Frau Merkel inzwischen ein wenig der vom ollen Adi ähnelte, also jener, die man von der letzten Wochenschau kennt, wenn er junges Kanonenfutter auszeichnet.
Mache mir deswegen Sorgen. Zum Glück war zur ihrer Aufmunterung ein bunter Vogel und ein dummes Huhn in ihrer Nähe. Brav.

Nun wurde also Frank Walter ‚Agenda 2010 Guantanamo‘ Steinmeier zum Präsi unserer schönen deutschen Republik gewählt.
Klar, einem damals 18 jährigen Andrej Holm vorwerfen, dass er zur StaSi wollte und damit seine Ernennung heute zum Staatssekretär verhindern, aber das Verhalten von Steinmeier in Bezug auf Kurnaz und Guantanamo, sowie seine unselige Rolle beim Etablieren der Agenda 2010 nicht als Problem ansehen. Hat ja auch schon beim Grass geklappt. Setzen, sechs!

Mal sehen, wie sich der neue Präsident zum Herrscher aller Deutschen aufzuschwingen gedenkt.
Immerhin ist es diesmal kein Pfaffe geworden. Butterwegge wäre mir lieber gewesen, hätte ich doch dann immerhin mal ein Buch Jahrzehnte lang besessen, von einem späteren Bundespräsidenten.

Der richtig dicke Dissertationswälzer steht noch im Regal, inzwischen jedoch mit dem Staub von fast 25 Jahren drauf. Notiz an mich: Staubwedel statt (Groß)Burgwedel!

Ich frage mich ja im Moment immer noch, wer, warum, und mit welcher Absicht jemand Umfragen fälscht, damit es für die breite Arschmasse im Land so aussieht, als könne die Verräterpartei tatsächlich irgendeine Mehrheit jenseits der AfD oder der schwarzen Pest erhalten. Ist das so ein Hochschreiben wie bei der Clinton? Sollen alle denken: „Klar, der Schulz ist das neue Gesicht des siegreichen Sozialismus, brauch ich nicht wählen gehn!“, oder ist es tatsächlich so, dass sich meine Mitbürger von Gesichtern blenden lassen und immer wieder an der gleichen Mülltonne riechen müssen, um festzustellen, dass es darin und daraus stinkt?

Die aktuelle, verbale Kosmetik die EU-Schulz ablässt, klingt zwar nicht mehr so widerlich nach neoliberlalem Hirnfurz, dennoch stand er in der EU genau für dieses Europa, jenes das von der Mehrheit der Menschen inzwischen abgelehnt wird, das Europa der Konzerne und Eliten.
Ob man diese Haut einfach abstreift?
Und wenn, was ist von jemandem zu halten, der eine ideologische Wende so einfach bewerkstelligen kann?
Gut, man hat auch Juan Carlos damals als Nachfolger vom Drecksack Franco angesehen und es kam ganz anders. Also sollte ich vielleicht dem Herrn Schulz auch Zeit geben, sich zu beweisen, bevor ich ihn gleich zu Anfang abhake.

Dennoch bleibt natürlich: Politik lebt nicht von Köpfen, sondern von Taten und neben dem Fetischcharakter der Waren gibts im Kapitalismus eben auch die Charaktermasken.
Mal sehen, welcher Fraktion der Herr Schulz letztlich dienen mag.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Staubwedler vor dem Herrn

Natur vs. Urheberrecht

Natur ahmt ja bekanntlich gerne mal ungefragt nach und imitiert dolle Dinge, die nur dem Menschen -als außerhalb des schnöden Systems stehendem Genie- eingefallen sind.

So kopieren einige arglistige Vögel, selbstredend ohne sich um Urheberrechte zu kümmern, -dem gemeinen Chinesen gleich- alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist verschwunden ist.
Bestes Beispiel dazu: heimische Raubkopiererterroristen-Singvögel, die sich gerne mal als Handys ausgeben und doofe Klingeltöne imitieren um Stadtmenschen zum hektischen Griff in ihre Taschen zu verleiten.

Ähnliches, aber anderes geschah mir.

So stieß ich gestern in der Küche auf ein besonders perfides Exemplar eines natürlichen Nachmachers, der heimischen Flora entstammend und nun im blödbabblerschen Gemüsefach lebend, ahmte er ein Nutzgerät und Männersurrogat für die holde Weiblichkeit nach.

Ich rätsele zwar noch, wo ich sowas schon mal sah, spontan kam mir allerdings der alte, dumme und natürlich zutiefst sexistische Spruch von ora et deflora in den Sinn und meine Laune hob sich schlagartig.

Diese Betrachtung einer unschuldigen Möhre, so bin ich gerne bereit zuzugeben, liegt aber vermutlich nur in des Verfassers schmuddeliger Fantasie begründet(sie wissen schon: *knickknack* ein bisschen nicken oder zwinkern und heftig an der Hüfte klimpern).

Meine werten, noch verbliebenen Leser assoziieren hier im Bild sicherlich etwas deutlich anderes, als einen Karottendildo, wie es der schmierige, alte Sack, der dieses Blog hier führt, schändlicherweise tut.

Einen schönen Sonntag mit immer genug Gemüse im Fach wünscht Ihnen Ihr Blödbabbler

Totentanz der Toleranz

Wer sich immer mal wieder gefragt hat, ob vielleicht, wenn Religiöse -also solche, die immer Toleranz einfordern und von Diskriminierung faseln, wenn sie nicht an der Macht sind- selbst an der Macht sind, diese Toleranz auch ausüben, der kann gerade mal paradigmatisch auf die Türkei schauen.

Nachdem dieses Land ja inzwischen auf geradem Weg in den islamischen Irrsinnsstaat ist, ein präsidialer Religionsdiktatur-Sultanats-Hybrid bereits seinen fauligen Atem im Prolog verströmt, gab es nun die Marschrichtung zur Zementierung von Dummheit und Ignoranz aus dem Kultusministerium.

So konnte man lesen, die Türkei streiche die Evolution aus dem Lehrplan. In der FR stand noch was von „dafür mehr religiöse Inhalte“, dazu finde ich aber nicht beim Kurier oder dem hpd.
Evolution wird eben überschätzt, ist ja nur eine „Theorie“, warum sollte man so was Unwichtiges an einem Gymnasium in der Türkei unterrichten.
Zumal es ja dem Anspruch:Gott habe alle Arten geschaffen widerspricht… und hey… das stand so in den Büchern der Alten, also der Altvorderen nicht der Lovecraftschen Alten. 😉
Nutzloses Wissen also, was wiegt das schon gegen göttliche Offenbarung? Eben!

Und falls man sich ältere Untersuchungen zu dem Thema(mit all ihren methodischen Problemen und schwacher Datenlage anschaut), dann ist es ja auch und nur folgerichtig.
So schreibt Dittmar Graf dazu:Hier zeigt sich ein sehr ausgeprägter Unterschied zwischen Lehramtsstudierenden muslimischen Glaubens und den anderen Gruppen. In der Türkei ist die Akzeptanz der Evolution geradezu die seltene Ausnahme. Weniger als 6 Prozent der Befragten fallen unter diejenigen, die die Evolution akzeptieren. Es gibt keinen einzigen Teilnehmer, der mehr als 10 der 14 Aussagen akzeptierend beurteilt hat.Die Akzeptanz der Evolution verschiedener Lehramtsstudierendengruppen in Deutschland und der Türkei.

Wenn man im 21. Jahrhundert noch daran glaubt, dass der Prophet auf einem Pferd in den Himmel geritten ist, mag es tatsächlich verwirrend sein, bisher keine entsprechenden Fossilien eines Pferdeflügels gefunden zu haben. Eventuell findet man die ja im Fußabdruck des Menschen neben dem eines –zeitgleichen- Dinosauriers zu bestaunen, man könnte sich da ja mal bei den kreationistischen Spinnern in den USA umgucken in einem ihrer Museen oder Freizeitparks.

Aber dies war nur ein Teil eines Maßnahmenpakets, das zum Durchwinken anstehen könnte.
In diesem befindet sich auch die Forderung, dass „Säkularismus“, „Atheismus“ und „Wiedergeburt“ in Religionsbüchern als „problematische Überzeugungen“ und als „Krankheiten“ eingestuft werden sollen. ich habs am Montag in der FR gelesen, aber die hat das online nicht, deswegen der link zum Humanistischen Pressdienst
Schön, gabs keine Homosexuellen mehr denen man eine Krankheit andichten konnte? Müssen es jetzt noch die Atheisten werden?
Wo bleibt da die vielbeschworene Toleranz, die man immer selbst einfordert, wenn man nicht an der Macht ist?

Gut, wir haben es mit der Türkei inzwischen quasi mit einem zukünftigen failed state zu tun, aber dennoch erscheint mir das dortige Vorgehen als Blaupause für bestimmte Verhaltensformen und zu Erwartendes auch hierzulande durchaus tauglich.

Man muss wachsam bleiben, denn augenblicklich ist unsere Demokratie aus zwei Seiten unter Beschuss, denen, die Fakten ablehnen und Gefühle und Gehörtes für maßgeblich halten, und jenen die auf alte Schriften und Gottes Wort als Richtlinie für gesellschaftliches Handeln abzielen.
Beide sind gleichermaßen Vernunft und Fakt abhold. Mithin Vertreter der -wie Herr Lesch sinnvollerweise erklärtkontrafaktischen Fraktion.

Des Nachts wache ich manchmal auf, Schweiß auf der Stirn, Sabber um den Mund und ein wirres Stammeln auf den Lippen: Ich bin seit 22 Tagen ein Gefangener der Kontrafaktischen Fraktion.
Deren Logo erinnert entfernt an das, der Roten Armee Fraktion, nur befinden sich dort, anstatt einer vermeintlichen AK47 der RAF (die lustigerweise eine Heckler& Koch M5 war), auf dem Logo hinter mir zwei gekreuzte Akupunkturnadeln in einem Gehirn steckend, sauber über über drei Globulikügelchen angeordnet.
Gewöhnlich hilft mir dann um dieses bizarre Bild aus dem Kopf zu bekommen nur die sofortige Lektüre von mindestens einem Kapitel Dialektik der Aufklärung oder –alternativ dazu- eine Geschichte aus Disneys Lustigen Taschenbüchern – beides Garanten für Vernunft und Evidenz basierte Literatur in diesen schaurigen Zeiten. Nebenbei, gut kein Türke zu sein.

Ihnen Ihr Blödbabbler, krankhaft und Randvoll mit problematischer Überzeugung

Abgesang

Ein furchtbares Jahr neigt sich seinem Ende und ich weine ihm sicher keine Träne nach. Denn meine Augen sind ausgetrocknet über das elende Jahr 2016 hinweg – auf Friedhöfen, Friedwäldern und daheim.
Zu viele liebe Menschen sind in diesem Jahr gestorben und haben bei uns Hinterbliebenen unschließbare Lücken hinterlassen – und sie haben auch all meine Tränen mit sich genommen.
Ich kaue noch immer schwer daran und diese mistigen, gesundheitlichen Probleme machen eine Verarbeitung nicht leichter oder gar besser.
Meine Hoffnung liegt nun auf dem kommenden Jahr, dem Jahr 2017, wenn Schmerzen und Trauer vielleicht langsam von der Zeit abgemildert werden mögen und ein wenig verschatten.

Meine herzlichen Grüße gehen an Euch draußen, die Ihr mich kennt oder hier bei mir im Blog hin und wieder mit lest:
Ich wünsche Euch und Euren Lieben Gesundheit, Freude, Liebe und Glück und natürlich immer genug Geld im Säckel und einen guten dram im Glas (oder was Euer Pendant zu Gemütlichkeit und Entspannung sein mag).

Verreck‘ Drecksjahr 2016!
Euer Blödbabbler

Trörööö!

Seufz, es hätte so viele Beiträge geben können in der letzten Zeit, denn manche Mitteilungen bettelten ja geradezu nach einem Tritt vom blödbabbler um den Tag glücklich abzurunden.
Aber leider hat mich die mistige Bandscheibenvorfallsgeschichte in der HWS fest im Griff, die Zeiten am PC liegen bei maximal 15 Minuten, spätestens dann kribbeln die Finger sehr deutlich und der Nacken schmerzt.
Damit aber wenigstens dieses Blog nicht auf den Status abandoned geht, auch wenn sich das Nichtmehrgefundenwerden durch google schon echt arschig ausnimmt – Danke dafür Knallgrau, Danke dafür google- wenigstens ein paar lauwarme Worte von mir.

So konnte man in der Qualitätspresse lesen, die zum Lutherjahr entstandene Luther-Playmobilfigur sei durch ihren Aufdruck -bei dem das Wort ENDE unter den „ALTEN BÜCHERN“ steht- klar in der Tradition der Antisemiten anzusiedeln, suggeriere dieses Ende doch eben einen Abschluss mit den alten, fürs Judentum wichtigen und relevanten Schriften, quasi eine überwundenen Fassung vom Wort des Allmächtigen, Gefasel reloaded.
So unterstellt man also Gott nebenbei in bester Adenauerscher Tradition gehandelt zu haben: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern(AT)[…nichts hindert mich, weiser zu werden(NT)].“ *eg*
Damit läge man dann in der Tradition der Nazis und sonstiger christlicher Bibelexegeten, mahnte unter anderen der von mir geschätzte Micha Brumlik.
Und ich Dummerchen dachte bisher, es ist gerade der Witz an Luther eben auch durch Wort und Werk dem Antisemitismus deutliches Gehör verschafft zu haben.
Wohl nicht ganz ausversehen entstand so eines seiner schönen Bücher: „Von den Jüden und iren Lügen“ mit einem Inhalt, den Uwe Lehnert in seinem Beitrag beim Humanistischen Pressedienst so beschreibt:Wer diesen Text zum ersten Mal liest, dem wird der Atem stocken. Luther empfiehlt hier u.a. detailliert, was das nationalsozialistische Regime fünfhundert Jahre später tatsächlich ausführte. Luther will seinen „treuen Rath“ geben und schlägt gegen die „verbösten“ und „vergifteten“ Juden vor, „daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke“, „daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre“, „daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten“, „daß man ihren Rabbinen bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren“, „daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe“, „daß man ihnen den Wucher verbiete, … und nehme ihnen alle Baarschaft und Kleinod an Silber und Gold“, schließlich „daß man den jungen starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brod verdienen im Schweiß der Nasen“.
Nun sollte man sich zwar klar machen, dass es einen Antisemitismus vor und einen nach Auschwitz gab, diese unterscheiden sich in Dimension und Konsequenz, der Wesenskern des Antisemitismus hat sich aber eben nicht grundlegend geändert.
Man sollte sich deswegen eher Gedanken machen, ob nicht die Figur an sich -und eine unkritische Würdigung Luthers- das Problem sind und nicht der zusätzliche Aufdruck. Aber hey, es geht ja wohl eher mal wieder darum den Fuß ins Kinderzimmer zu setzen, deswegen eine Spielfigur für Kinder, reicht halt nicht aus die Kinder bereits in der Grundschule zu indoktrinieren, treten ja doch deutlich zu viele- wenn sie denn entscheiden dürfen -aus dem Verein später aus. Muss der Takt eben erhöht werden.

Doch zum Glück für alle Menschen in diesem Land wurde die schlimme Aufschrift nun entschärft und wird ab März nicht mehr so auf der besagten Figur zu finden sein. Gottseidank! Kann man da als evangelischer Christ nur ausrufen, und auch das akademische Milieu kann sich getrost weiteren Aufregern widmen, die vermeintlich um den Elfenbeinturm herumkreisen, statt sich der echten Probleme anzunehmen, an denen dieses Land krankt.
Ich frage mich ja, ob man bei einer Hitler Figur auch lediglich bemängeln würde, dass sie eine Ausgabe von MEIN KAMPF in den Armen hält. Und nein, ich setzte Hitler und Luther nicht gleich, denn der eine kam aus Österreich der andere aus dem Harz. 😉

Doch nun zu etwas Erfreulichem.

Die von mir ob ihrer Comics und ihrer wohlfeilen Analysen und Texte sehr geschätzte Frau Dr. Nadja Hermann hat auf ihrer Webseite erzaehlmirnix mit einem Comic ihre Wahl zur Botschafterin für intaktiv bekanntgegeben. Glückwunsch.
Es bleibt weiter immens wichtig auf das Thema „Legale Verstümmelung von Kindern“ hinzuweisen, in der stillen lauten Hoffnung, in ferner Zukunft diese moralische Schande und den klaren Affront gegen Menschenrecht vielleicht doch noch zu überwinden.
Zu diesem Thema, der genitalen Kinderverstümmelung, auch ein interessanter Beitrag beim Humanistischen Pressedienst.

… und schon ist wieder Ende Banane mit tippen… sorry… mal gucken obs die Tage wieder was gibt.

Ihnen Ihr Blödbabbler, Lebenszeichenabsetzer

Visonen vs. Vernunft?

In der Buchhandlung meiner Lieblingsbuchhändlerin bin ich gestern beim Abholen der aktuellen Whisky Bibel 2017 auf ein Buch gestoßen, in dem Jakob Augstein und Nicolaus Blome dialogisieren, angeblich.
Dieses Duo habe ich hin und wieder abends beim Zappen durch das TV-Programm auf Phoenix gesehen und manchmal mit einem gewissen Schaudern und einem guten Anflug von Abscheu geguckt.
Das lag durchaus nicht an Herrn Augstein, dessen Sicht der Welt mir deutlich näherliegt, als jene des Herrn Blome. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Was mich schwer irritiert hat ist der Blurb dieses Buches, das mit Links oder Rechts? betitelt wurde und der mit, ich zitiere:Jakob Augstein gegen Nikolaus Blome, links gegen liberal-konservativ, visionär versus vernünftig, aufmacht.
Hier einen Antagonismus zwischen Vision und Vernunft aufzumachen und ausgerechnet dem Herrn Konservativ dabei die Vernunft zuzuschustern ist ein echter Kracher vor dem Herrn.
Wer sich dessen Versuche des Dünnbrettbohrens im Fernsehen angesehen hat, und wie einfach es Herrn Augstein gewöhnlich gelingt auf Probleme in der vermeintlichen Argumentationskette bei Herrn Blome zu verweisen, der rätselt ob der Intention der Klappentexter.
Mich wundert, dass sich Jakob Augstein diese Frechheit offensichtlich gefallen lässt.

Aber in verrückten Zeiten, in denen man den rechten Sumpf bei den Grünen beschönigend „Realos“ nennt und nicht neoliberale Konservative mit deutlich ausgeprägtem Hang zum Asozialen und stattdessen den linken Flügel gewöhnlich im schulmeisterischen Ton als Utopisten oder gar als Fundamentalisten denunziert, ist es wohl nur folgerichtig auch Buchklappentexte in newspeak zu formulieren.

Solange Kritik an herrschenden Verhältnissen und Möglichkeiten der Überwindung derselben als unvernünftig und unrealistisch gehandelt werden auf dem Markt der Lebens- und Gesellschaftsentwürfe, solange muss man sich der Alternativlosigkeit dieser herrschenden Bedingungen ergeben und sich davon knechten lassen.

Und nebenbei bemerkt: Herrn Blome fehlt leider -zumindest aus meiner bescheidenen Rezipientensicht- die Fähigkeit des Herrn Fleischhauer konservative Dumpfheit wenigstens in nette und zum Teil unterhaltsame Sätze zu packen.
Fazit: Ein Buch, das ich mir definitiv nicht antun werde, da der zu erwartende Erkenntnisgewinn mir nicht hoch genug erscheint.

Da kämpfe ich mich lieber weiter durch meinen momentanen Buchbegleiter:Essen und Trinken im Mittelalter von Ernst Schubert durch.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Sackgesichter, gierige

Beim Lesen der Qualitätspresse in diesem Land stelle ich mit Freuden fest, wann immer vom Führer der Pegidioten geschrieben wird, schreibt man gewöhnlich dazu: der Kleinkriminelle oder der mehrfach vorbestrafte Einbrecher und Drogenhändler Bachmann.

Das finde ich hilfreich, erlaubt es mir doch zu verstehen um was für ein Subjekt es gerade geht und wie ich über ihn oder sein Anliegen zu denken habe.
O.k. dies hat jetzt meist erstmal nichts mit den tatsächlichen Forderungen (oder dem Geplärre dieses Menschen) zu tun, rundet aber stimmungstechnisch jeden Artikel wohlfeil ab und steuert den Gedankenfluss in die richtigen Bahnen.

So ähnlich, wie der Hinweis auf eine räuberische, mobile ethnische Minderheit(Zigeuner) oder den Muslim an sich(Terrorist), den man so inzwischen nicht mehr in der Zeitung vorfindet, wenn es um Verbrechen oder ähnliches geht, weil es zumeist eben keine Rolle spielen sollte eine Gruppenzugehörigkeit mit fiesen Attributen zu versehen. Sippenhaftung ist abgeschafft.
Obwohl, eigentlich finde ich das sollte wieder Schule machen.

Man sollte einfach bei jedem Artikel über Herrn Schäuble, den Mr. 100.000 DM aus dem CDU Parteispendensumpf auf eben diesen hinweisen, Uli Hoeness nur noch als den Steuerhinterzieher Hoeness und Christian Lindner von der FDP als Steuergeldverbrenner Lindner berichten(der Spiegel schrieb dazu 2004 Seine Internet-Firma Moomax GmbH ging nach 17 Monaten mit dem Neuen Markt unter. Dabei verflüchtigten sich weit über eine Million Euro öffentlicher Fördergelder. Andere Lindner-Firmen, wie die Unternehmensberatung „die Königsmacher GmbH“, kamen erst gar nicht gut genug in Gang, um so viel Geld verbrennen zu können. (SpOn).
Man sollte -obwohl ich es hier mit der sexuellen Moral eher nicht so habe- den werten Herrn Seehofer doch bitteschön immer als den Fremdgeher Seehofer und auch Frau Schwarzer als die Steuerhinterzieherin Schwarzer bezeichnen. Frau Käßmann könnte dann süffisant als die Saufnase Käßmann oder eben richtiger die Trunkenheitsfahrerin Käßmann genannt werden, sowie auch der ehemalige Verkehrsminister Bayerns der Wiesheu Otto nur als der Totfahrer Wiesheu im Gespräch genannt werden sollte.
Oder auch der ehemalige Bundesinnenminister, der untreue Manfred Kanther dessen Vorstrafe wohl 2017 endet und den man dann wieder den ehrenwerten Manfred nennen darf.

Es gibt sicher noch einige mehr, bei denen ich mich freue, wenn unsere Presse begleitende Attribute benutzt, um mir als blödem Leser klar zu machen, warum ich der aktuellen Interpretationslinie zu folgen habe, auch wenn das Attribut nichts bis wenig mit dem dargebotenen Sachverhalt zu tun hat.

Frau Schwarzer kann nämlich durchaumöglicherweise was Sinnvolles zur Emanzipation der Frau oder auch zum Islamismus sagen, obwohl sie eine geldgierige Schnallen starken Hang zur privaten Geldoptimierung zu haben scheint.
Frau Käßmann kann vermutlich außer sich für die Autofahrt Mut anzutrinken auch noch anderes, obwohl… ich wills mal nicht übertreiben… bei einigen der oben genannten Herren ist es sicherlich kein Ausrutscher in der Vita, sondern vielmehr integraler Bestandteil derselben.

So, genug gerantet – ich muss jetzt erstmal in den Keller nach den Belgiern sehen.

Bis dahin empfehle ich, sich Große Kleinkunst: 50 Jahre Mainzer „unterhaus“ anzugucken, solange die steuergelderfinanzierte Sendung noch in der Mediathek von 3Sat zu gucken ist und nicht die privatwirtschaftlich-erzwungene Pest der Depublizierung zuschlägt. Bei Minute 31 erklärt Urban Priol den Teil mit Herrn Lindners freier Unternehmerkarriere und man findet in den meisten Beiträgen sinnvolle Blicke auf die gegenwärtige Misere die uns umtreibt, besonders der verehrte Herr Schramm, den man nicht mehr so oft sehen kann, erfreut.
Und hier Dank Hinweis des werten Herrn NeonWilderness das Video bis es dereinst bricht. 😉

Ihnen ihr Blödbabbler, (bisher) nicht vorbestraft.