Hau wech den Scheiss!

Hurra, ein großer Sieg für die Frauenrechte und ihre selbsternannten Verteidiger.

An der Alice Salomon Hochschule Berlin hat sich der Furor gegen die Unterdrückung der Frau mittels Asta durchgesetzt.
Wie so oft in letzter Zeit macht man lieber tot, was man nicht mag, nimmt man Kritik nur noch in Form von verbrannter Erde war.
Anderes, vor allem, wenn es von alten, weißen Männern entstand, gehört ja per se auf den Müllhaufen der Geschichte.

Man kann schön sehen, wie weit diese spezifisch linke Dummheit und Totalität führt, wenn man seinen Blick in die USA richtet.
Dort werden dann gerne Menschen denunziert oder von Vorträgen ausgeladen, wenn man das Gefühl hat, der sei ‚islamophob‘ oder der sei gar Rassist, wenn nicht gleich Faschist.
So kürzlich geschehen mit Richard Dawkins an den rauchenden Trümmern der Universität Berkeley.
Kritik wird nicht geduldet, schlimmer noch, sie wird nicht verstanden und diskursiv angegangen, sondern im eigenen kruden Weltbild -und mit der eigenen Schlechtigkeit als Referenzmuster- mundtot gemacht.
Was an den Faschisten in weiten Teilen zurecht geübt wurde, nimmt nun immer breiteren Raum ein im öffentlichen Diskurs und wuchert und verselbstständigt sich.
Eine kleine Gruppe von Idioten, gepampert von schweigender Zustimmung aus den Reihen der Linken erobert die Herrschaft über Sprache und Denken, Moralisierung statt Versachlichung. Auch da eine nette Analogie zu den Arschlöchern des Islam, ein Teil benimmt sich wie Sau und der Rest schweigt, zustimmend oder desinteressiert. So oder so, man überlässt damit diesen Extremisten den Raum und die Deutungshoheit.

Aber zurück zur Hochschule.

Als vor ein paar Jahren ein Gedicht von Eugen Gomringer prominent an einer Außenfassade angebracht wurde, stöhnte die Pressestelle der Hochschule noch in den Worten der damaligen Rektorin, Prof. Dr. Theda Borde:
Wir freuen uns sehr über diese bleibende Erinnerung an unseren Poetikpreisträger Eugen Gomringer und sind uns sicher, dass die Strahlkraft des Kunstwerkes weit über unsere Hochschule und den Bezirk Hellersdorf hinausgeht (da stehts)
Inzwischen haben aber die Gedankenpolizisten und Sprachüberwacher ihr vermeintliches Recht genommen, mundtot zu machen, was sie nicht verstehen -oder eben denken zu verstehen- und deswegen gar nicht leiden können.

Ein alter, weißer Mann schreibt was über Frauen, öffentlichen Raum und Bewunderer. Geht gar nicht. Pfui, alter schmieriger Sexist. Muss weg! Ist ja fast wie General Lee Denkmäler, irgendwie rassistisch, mindestens aber frauenfeindliche Propaganda.
Und siehe da, nachdem an der Spitze der Hochschule nun keine Frau mehr steht, die das gerade nicht sexistisch fand, sondern ein Mann, zieht man den Schwanz ein, vor so viel geballter Dummheit, und macht das Gedicht weg.

Und siehe, was bei den faschistischen Mobs in Rostock Lichtenhagen damals funktioniert hat, klappt auch heute. Man muss seine eigene kleinliche Weltsicht nur lautstark und militant verbreiten und schon gibt die Institution nach.

Damals verstümmelte man das Recht auf Asyl und hier wird halt ein Gedicht entfernt.
Klar, Beton brennt schlecht, sonst hätte man es an einem Abend sicherlich auch schön öffentlich verbrennen können.

Ich bin da ja immer mehr beim guten alten Francois Villon – und, klar, beim alten ‚Kinderschänder‘ Kinski- und möchte des Öfteren nur noch schreien:“Man schlag dem ganzen Lumpenpack das Maul mit einem Hammer kurz und klein!„.

Ihnen Ihr Blödbabbler

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Es bleibt ein komischer Geschmack

Da habe ich mich die letzten Tage beim abendlichen Glas Whisky gewundert, warum unterschiedliche Flaschen augenblicklich scheinbar alle zur gleichen Zeit damit anfangen, dass ihnen der Korken zerkrümelt.
Der letzte Schluck aus dem Glas brachte immer ein krümeliges, festes und bräunliches Element in den Mund.
Am dritten Abend hintereinander -und der dritten unterschiedlichen Flasche- habe ich dann langsam begriffen, ich habe, in Anlehnung an den guten alten Western mit Clint Eastwood, Für eine Handvoll Dollar, ein Erlebnis gehabt, welches ich mit „Für ein Maulvoll Fruchtfliegen“ betiteln möchte. *RabäähundIgelspei*
Deswegen sind jetzt wieder die Fruchtfliegenkillerfallen mit Apfelsaft, Essig Spülmittel befüllt. Sauviecher, damische!


Da wurde nun ein Kinderschänder zur Bewährung verurteilt, weil er geständig war und das Gericht von einem minderschweren Fall des sexuellen Missbrauchs von einem Kind ausgeht.
Klar, nach Aussage des kirchlichen Kinderschänders hat ihn die 13 jährige verführt, kennt man ja, von Dolores Haze, die allerdings damals erst 12 Jahre alt war. Nicht also Laurin läßt hier grüßen, sondern Nabokov.

Nun, ein Jugendbetreuer, überraschenderweise im kirchlichen Zusammenhang!111!!!!!, der zum Tatzeitpunkt 35 Jahre alt war, lässt sich von einer 13 jährigen verführen und fickt selbige mindestens dreimal. Einvernehmlich, wie man so schön sagt. Außerdem dachte er, sie sei schon 14. Hmm. Und das Luder hat ja außerdem und wohl auch schon mit anderen herumgemacht, jawoll!
Tja, dann ist ja alles klar. Kann dann ja dann nur minderschwerer Sex mit einem Kind gewesen sein. Eigentlich sowieso deren Schuld, denn die wollte das ja und hat es sicher auch noch provoziert und vermutlich hatte sie auch die passende, Männer aufreizende Kleidung an.

Ich dachte, wir wären über solch‘ eine Form von Gerichtsbarkeit langsam hinaus, eine die beim (jugendlichen) Opfer durch dessen Lebenswandel eine Mitschuld sieht bzw. eine Entlastung des Täters daraus ableitet. Scheinbar nicht. Schade!
Ist aber auch nicht einfach für einen echten Mann seine Triebe zu beherrschen, da ist es meist leichter deshalb Frauen zu zwingen sich zu vermummen… ach nee, ist ja die andere große Religion, mönsch… dieser Teufel Weib aber auch, besonders diese noch ganz jungen, da hat man es als Erwachsener echt nicht leicht. Also, selber schuld du Luder, so lese ich das Urteil und so wirkt es.

Ich bin ja bekanntlich für jede Form von sexueller, einvernehmlicher Art des Verkehrens unter erwachsenen Menschen; denn geht es mich nicht den Dreck unterm Fingernagel an, wer da wem und wie oft einen bläst oder wer lieber in Analogien verkehrt. Da kann man sich ketten, peitschen und würgen, das ist mir alles wumpe -wenn beide Partner das so wollen und es ihnen Freude macht, bitteschön. Haut rein.

Wenn aber erwachsene Menschen Kinder ficken, dann ist es qua definitionem Essig mit ‚einvernehmlich‘, das ist definitiv immer Missbrauch und meiner Meinung nach eben nicht mit Bewährung zu sanktionieren.

Falls ich also kleine Konfirmandinnen ficken will, dann sollte ich besser auch ein kleiner Konfirmand sein -und eben nicht ein erwachsenes Arschloch von Jugendbetreuer, der sich, wie dieser hier, dann noch als Opfer einer kindlichen Verführung darstellt und dadurch einer ernsthaften Bestrafung entgeht.

Wer sich also fragt, wieso es immer mehr Fälle von Politik- und Staatsverdrossenheit, manche sagen gar Demokratieverdrossenheit, in diesem Lande gibt, und warum in vielen Fällen das Vertrauen der Menschen in die Justiz immer öfter erodiert, der landet früher oder später bei vielen absurden Formen der Auslegung der Reichweite des Jugendstraftrechts und bei einer falschen Priorisierung. Nicht nur, aber eben doch.
Wenn gesprochenes Gesetz nicht mehr den Eindruck von Nachvollziehbarkeit macht, Sicherheit und Gerechtigkeit für die Bürger vermittelt, dann rutschen mit der Kritik immer öfter auch manche andere Institutionen des Staates, wenn es bald über die Klippe geht, in den Abgrund.

Danach bleibt bei mir ein deutlich schlechterer Geschmack im Mund, als es ein paar Fruchtfliegen im Whisky je vermögen.

Nachdenkliche Grüße von Ihnen Ihrm Blödbabbler

Longrow peated

Die Destillerie Springbank in Campbeltown stellt bekanntlich ja drei Reihen von Whiskys her, die Hazelburns ganz ohne Rauch, die mittelrauchigen Springbanks und die ganz rauchigen Longrows.

Getestet hatte ich vor langer Zeit an 09/11, also im September 2011 den ebenfalls alterslosen Longrow C.V., den ich damals mit 5 Fässern sehr hoch bewertete.
Heute würde ich vermutlich ein halbe Fass in der Wertung runtergehen, damals wars aber der Knaller für meinen noch sehr jungfräulichen Whiskygaumen.

Der Longrow peated ist momentan scheinbar der einzig bezahlbare erhältliche Einsteigerwhisky aus der rauchigen Serie, wenn man mal vom 18jährigen für 130+€ absehen möchte.

Da man bei Springbank alles selbst macht, vom Malen der Etiketten, dem Reinigen des Fußbodens und der Bepreisung des Whiskys, kostet ein Destillat aus dem Hause der Mitchell Family immer etwas mehr.
Das und vermutlich der Hype den man darum macht.

Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es auch gut, wenn man ein familiengeführtes Unternehmen hat, mit selbstpostulierter Verantwortung für die Region und wie sich all diese tollen Dinge nennen, die man heute auch von Großkonzernen als strategischen Teil ihrer Politik, dem Greenwashing, vorgeführt bekommt.
Springbank ist da natürlich nicht so, die tun tatsächlich was, allerdings generiert das -und eben eine dadurch nicht unbedingt rationale Produktion- dann eben auch zum Teil Preise, die ich oft nicht mehr willig bin dann zu bezahlen.

Der alterslose Einsteiger Longrow peated ist, wie auch der Hazelburn 10 und der Springbank 10(wenn zu haben) für unter 40€ noch gut im Bereich über den man sich aber keine Gedanken machen muss.
Wenn ich jedoch bspw. an den Springbank 2006/2017 mit seinen 53,1% denke, einen 11 jährigen Whisky bei dem die Preise momentan zwischen 170 und 190€ liegen, scheint mir -trotz der sehr guten Bewertungen in der Base(knapp unter 89)- die Relation nicht mehr zu stimmen.
Seis drum, hier gehts ja um den preiswerten NAS Einsteiger.
Longrow peated Flasche
Ich habe keine Ahnung, wann ich meine Flasche erstand, noch was ich dafür bezahlt habe, die Unterlagen erweisen sich hier als lückenhaft. Heute kostet die Flasche -wenn nicht gerade im Angebot- meist um die 38€.

Die Flasche ist schwer und buddelig. Die Verpackung besteht aus festem Karton, der vorne rechteckig geöffnet ist, sodass man die Flasche sehen kann – ähnlich wie bei den Gordon & Macphail Abfüllungen.
Ich mag feste Dosen lieber, finde es schöner, wenn die Flasche richtig vor Licht geschützt ist. Wenn ich Flasche gucken will, dann hol ich sie raus –und nur dann.

Dafür erfährt man aber auf der Rückseite des Kartons, neben dem wir-machen-alles-selbst-und-auch-noch-dreimal-verschiede-Whiskys Werbehinweis, dass das Longrow Malz für 48 Stunden über einem Torfrauchfeuer getrocknet wurde. Ob das nun besonders lange in Relation zur Konkurrenz ist oder besonders kurz, besonders heiß oder was das genau bewirkt, steht da leider nicht. Ich tippe mal: Das ist echt lange und der Rauch penetriert das Korn dabei richtig und besorgt ihm die Rauchigkeit, die Springbank haben will. *rolleyes*

Der Whisky wurde zweimal destilliert und es gab keine Farbanpassung oder Kältefiltrierung, der Whisky wurde mit anständigen 46% auf die Flasche gezogen.

Wenn man nun eine garstige Rauchnase erwartet, so wird man -positiv!- überrascht.
Der Rauch ist deutlich und präsent, aber nicht von der aufdringlichen Art. Heidekrautartig und harzig. Süßer Honig rundet angenehm das Aroma ab. Sehr gute und schöne Nase.

Der erste Eindruck ist , da kommt ein weicher Whisky, doch dann macht es deutlich Wumm, beim Einschlag auf der Zunge. Der Longrow ist trocken und hat eine gewisse Schärfe, aus der Richtung wie frischer Ingwer. Knarziger, harziger Rauch und süßer Honig ergänzen sich im Mund zu einem sehr schönen Geschmackserlebnis.

Im Abgang, der deutlich lang ist, zeigt er sich mit wohliger Wärme und bleibt dabei doch stets trocken, harzig-rauchig und süß. Die Zunge trägt einen ganz kleinen Pelz, den aber nicht mal ein PETA Fanatiker beschmieren oder attackieren würde.

Sehr schöner und leckerer Stoff aus dem Hause Springbank.
Allerdings habe ich den Longrow C.V. als insgesamt eine Spur besser in Erinnerung.

In der Whiskybase gibts für den : Longrow peated

Wertung Single Malt
Longrow peated

Geschmack:
Fass4

Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Der Longrow peated ist ein leckerer NAS Whisky aus dem Haus Springbank. Deutlich weniger rauchig, als erwartet, wenn man so eine Buddel „Peated“ nennt. Und gerade deswegen gefällt er mir gut. Dumpfe Rauchköppe sind hier an der falschen Stelle, hier gibts nix zu sehen, bitte gehen sie weiter. Alle anderen können mal eine Flasche riskieren, aber auch eher was für die frischere und kältere Jahreszeit.

Ihnen Ihr Blödbabbler
Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Locke’s 8

Die Destillerie Cooley zeichnet wohl verantwortlich für den irischen Single Malt Locke’s 8, wie ja auch schon für den Tyrconell und den Connemara.

Das verhieß nichts Gutes. So schmeckten mir doch diese beiden Single Malts nicht wirklich gut, um es vorsichtig und diplomatisch zu formulieren.
Der Connemara bekam sogar die bisher schlechteste Note bei den Single Malts von mir, 1-2 Fässer.
Aber ich bin ja auch im echten Leben kein Freund von Sippenhaftung, und so versuche ich mal unbelastet von seinen gammligen Cousins, dem Locke’s 8 ein faires Verfahren angedeihen zu lassen.

Mein Locke’s 8, den ich Anfang 2014 für 22 € bei einem Onlineversender erstand, kam ohne eine Tube an, es gibt ihn aber auch mit. Heute liegen die Preise für dieses Destilat wohl meist zwischen 23-29€.

Der Locke’s 8 wurde mit 40% Alkohol und einer Schippe voll mit Zuckerkulör abgefüllt.
Da Cooley zweifach brennt, geht der Whisky stilmäßig wohl eher in die Richtung der schottischen Brüder, jener, die jenseits der Lowlands liegen und auch nicht zum ganz weichen Stoff neigen.

Auch wenn auf dem Label was von „Pure Pot Still“ draufsteht, so ist damit nicht die irische Variante (gemälzte und ungemälzte Gerste) des Grundstoffs gemeint, sondern schlicht die Brennblasen in denen das Getreidezeug später zu Destillat wird.
Also kupferne Kessel, statt bspw. Kolonnendestillation.

Das Etikett ist ein wenig old-fashioned, dabei insgesamt stimmig, doch leider ein wenig unruhig -zu viele unterschiedliche Schrifttypen -für meinen Geschmack.
Aber zum Glück trinkt das Auge ja nicht immer mit, außer vielleicht bei Methanol geschwängerten Billigdestillaten.
Locke's 8 Flasche
In der Nase gibts gleich was Ungewöhnliches zur Wahrnehmung, ich nenne es mal: verdünntes Schmierfett trifft auf Sandelholz, dazu gesellt sich streng zur Seite noch eine ölige Thymiannote.
Überraschenderweise zu dieser eher dumpfen, fast schweren Note ist der Locke’s in der Nase aber auch mit einem Anflug von Menthol(kein Methanol! *grins*) gesegnet und angenehm frisch zu nennen.
Nicht schlecht, und deutlich entfernt vom ‚verwesenden Aas‘, das mir beim Connemara den Spaß verleitet hat, aber im großen Cooley ‚Stammbaum‘ ist er sicherlich bei den Artverwandten zu finden.

Im Mund hat man den gleichen Eindruck wie beim Schnuffeln, es scheint als habe man die Fettpresse ausgelutscht, dazu eine knackige und auch passend süße Note abgerundet mit der Öligkeit von getrocknetem Thymian.
Er schmeckt mir fast, wie ein –positiv gemeint- verdünnter Clontarf, aber dennoch deutlich besser. Auch er hat so eine merkwürdige Note im Geschmack drin, wie der Clontarf, noch etwas jenseits vom Fett und dem Thymian, diese aber sehr gut ergänzend. Vermutlich was vom Fass oder dem muffigen Dungeon in dem das gelagert wurde. Sehr ölig das alles. Gut!

Und wie’s mit Fett und Öl nun mal so ist, das Zeug haftet verdammt gut an, selbst wenn man es nur nutzt um den Rachen damit zu schmieren.
Im Abgang bleibt der süße Geschmack und wird aufgewertet, mit einem Schwung voller würziger Exkremente der Blattlaus, der Blattflöhe und Zikaden, meist auch Waldhonig genannt.
Wow!

Der ist eine Nummer für sich. Wenn man sich nicht an Schmierfett stört, dies vielleicht sogar als interessantes Geschmackselement auch jenseits des Bilgenwassergeschmacks eines Caol Ila betrachtet, kann man hier zuschlagen.
Meiner Meinung nach fast der bisher beste irische Single Malt, den ich mir ins Haus geholt hatte.
Nur der Magilligan Pure Pot Still war mir noch etwas lieber, aber der kostete auch fast 50% mehr.

Der gute Jim Murray vergab einstmals an den Locke’s 8 gute 88/100 Punkten,in der Whiskybase hingegen gibts für den Locke’s 8 Prügel und leider schlechte Noten: Locke’s 8

Wertung Single Malt
Locke’s 8

Geschmack:
Fass3 bis Fass4

Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Der Locke’s 8 Jahre ist ein sehr schöner und auch sehr interessanter, dabei preiswerter Single Malt aus dem Haus Cooley. Schmierfett, Thymian und Waldhonig dominieren den Geschmack in diesem Single Malt, der dadurch eine sehr eigene Note hat. Eher für die kältere Jahreszeit empfohlen.

Ihnen Ihr Blödbabbler
Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Die Destillerie liegt in der Speyside, wie auch Glen Moray und Glen Elgin in der Nähe des Ortes Elgin.
Sie wurde nicht von Pater Brown, sondern von Peter Brown um 1825 gegründet und gehört heute zum Diageo Konzern.

Das meiste, was bei Linkwood produziert wird, wandert in Blends bspw. Dimple 15 oder auch den guten Blended Malt aus dem Hause Johnnie Walker, den Green 15(bei dem mir der alte lieber war, als er neue, *seufz*).
Von der Destillerie selbst gibt es den 12 jährigen Single Malt als Flora & Fauna Abfüllung, die gemeinhin als Originalabfüllung gilt, sowie einige recht alte, 25+ und den Linkwood 37J-1978/2016 im Rahmen der Special Releases.
Das gros des Single Malts von Linkwood, der nicht in Blends landet, wird von unabhängigen Abfüllern angeboten – von G&M über Blackadder bis hin zu eben Signatory Vintage.
Puuh, nun sind wir schon da, wo ich hinwollte.

Signatory Vinatage, der Eigentümer der Edradour Destillerie, füllte den hier besprochenen Whiskys mit 43% in seiner ‚kupfernen‘ Serie ab, ungefärbt, aber vermutlich kühlgefiltert.
Er wurde am 30.01.1995 destilliert und lagerte dann in Fässern(Hogsheads) mit den Nummern 654 und 655 für 18 Jahre. Vermutlich, denn mit Vintage ist das immer so eine Sache.
Der könnte auch nur drei Jahre im Holzfass gelegen haben(dann ist er offizieller Whisky) und weitere 15 schlicht zum Lagern im Stahltank oder in Tante Ernas Aussteuertruhe -nichts genaues weiß man.

Bekannt ist nur, wann er destilliert wurde und wann abgefüllt.
Das ist ja immerhin schon mal viel löblicher, als den Whisky nur dumpf nach Marketingsprech nach alten Wikingern oder Elementen zu benennen, und ohne Alter bzw. ohne sinnvolle Zusatzinformation in den Handel zu stellen, wie es manche Destillerie gerne tut.

Abgefüllt wurde er dann am 11.07.2013, und es kamen dabei 795 Flaschen aus den beiden Fässern zusammen.
Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage Flasche
Meine Flasche erstand ich Ende 2013 zum Preis von 39,90€.
Die aktuellen Abfüllungen des Linkwood 1995 von Signatory in der ‚kupfernen‘ Reihe sind inzwischen 21 Jahre alt.
Sie stammen weiter aus 1995 und wurden Anfang 2017 abgefüllt.
Die Preise liegen dabei um die 50-55 €(für einen 21 jährigen immer noch ein guter Preis) und damit meist noch unter dem Preis für die 12 jährige originale, deflorierter Faun Abfüllung.

Wie auch der Glen Moray 12 oder der Glen Elgin 12 gibts beim Linkwood eine schöne, blumig leichte und Aprikosen fruchtige Speyside Nase.
Riecht klar nach Sommerdram. Ganz hinten in der Nase sind hier allerdings noch ein paar Holzspäne mit dabei. Frische, keine brennenden oder glimmenden.
Das lockert die sonst ganz langweiligen einfachen Aromenpartikel etwas auf, das Schnuffeln macht mehr Spaß. Gut so.

Der erste Schluck kommt mit einem sanften Antritt auf die Zunge und dann: BÄMMM!
Es wird hitzig, pfeffrig, es wird trocken und die Zunge belegt sich und einen Assoziation von ganz schwachem Rauch zeigt sich.
Dabei ist er schön süß und macht mit seiner sanften Öligkeit ein fettes Lippenpaar. Spart mir den teuren Lippenfetter, löblich!
Er hat eine wirklich schöne Malznote und ist aber echt feurig, also wirklich, wirklich heiß.
Mit etwas Wasser kann man den lodernden Brand der Feurigkeit etwas ablöschen, der Linkwood wird deutlich gefälliger – verliert aber auch ein wenig an Rückgrat dadurch.
Sehr vorsichtig dosieren mit den Wassertropfen, die 43% sind schnell zu sehr verdünnt. Dann ist er zwar nicht mehr feurig, aber eben tot. Auch nix!
Ich hatte nach dem Verdünnen den Eindruck einer leichten Veilchennote, nicht unangenehm und eher selten.

Die Schwachstelle beim Linkwood 1995/2013 ist leider auch der Abgang. Der entwickelt auch eine papierene Note, wirkt staubig, holzig und spröde. Zusätzlich bittert er dann noch nach und das Amalgam der Geschmackseindrücke ist nicht so dolle.

Dennoch fand ich den einen guten Vertreter für einen gereiften, preislich guten und interessanten Whisky.
Die Kombination aus weicher Speyside und feurigem Pfeffer war ein interessantes Kontrastpaar, der hat überraschenderweise Charakter.

In der Whiskybase gibts dazu: Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Wertung Single Malt
Linkwood 1995/2013 Signatory Vintage

Geschmack:
Fass3

Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile4

Fazit: Der Linkwood 1995/2013 #654+655 ist ein spannender Whisky, bei dem sich Gegensätze versuchen im Glas zu arrangieren – und es gelingt. Weich, würzig und feurig machen Spaß, leider patzt er etwas im Abgang, sonst wären es 3-4 Fässer geworden.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad

Merkwürdiges in 2017

Vorhin bei der Fahrt zum Einkaufstempel mussten wir einen Moment warten, weil ein Wagen vor uns nicht nach rechts abbiegen konnte.
Ein paar Fußgänger gingen dort extrem gemächlichen Schrittes über die Straße und hatten dabei schlicht Vorfahrt.

Die Ms. schnaubte: Können die nicht schneller gehen?
Ich erwiderte reflexartig variierend, zum Klassiker „Wir sind auf der Arbeit nicht auf der Flucht“ ein: Die kommen sicher vom Einkaufen, die sind doch nicht auf der Flucht!

Dann guckte ich etwas genauer hin -und war mir plötzlich mit meiner Aussage nicht mehr so sicher.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Glengoyne 12 Cask Strenght

Die Destillerie Glengoyne liegt sozusagen am Tor zu den Highlands, kurz nachdem man aus Glasgow rausgewandert ist.

Wer mal den Westhighland Way gewandert ist (i did it twice ;-)), der kommt fast zwangsläufig dort vorbei, ich sach‘ nur: Von Milngavie nach Drymen im strömenden Regen.
Nachdem man sich zielstrebig bei den Einheimischen zum Gespött gemacht hat, indem man nach dem Ort „Milngavie“ – so wie mans schreibt- gefragt hat(der aber selbstverständlich irgendwie gälisch ausgesprochen wird:[mɪlgaɪ] oder [mʌlgaɪ]) und alle Angesprochenen stets vorgaben, von diesem Ort noch nie gehört zu haben, kann man es schon gar nicht mehr erwarten sich in Alkohol und Selbstmitleid zu suhlen – quasi irish feelings in Schottland. *eg*
Egal, also da liegt jedenfalls die Destillerie und die machen traditionell nichtrauchige Whiskys.

Einer meiner ersten, die ich von Glengoyne im Glas hatte, war der 10 jährige noch in der grünen Dose und in der Literflasche zu 28.90€ im Jahre 2010, sogar 26.50 im Jahr danach *grins*. D
en fand ich recht lecker, sehr klar und rein von seiner Machart her. Rauchgas assoziiere ich immer mit Glengoyne, keine Ahnung warum und was Rauchgas überhaupt ist. *rolleyes*
Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof) Flasche
Nun wars aber der dickere und etwas ältere, dafür leider schon picklige, größere Bruder – der in Fassstärke mit 57.2% abgefüllte 12 jährige (100 proof) in einer 0,7 Literflasche.
Ich habe leider keine Unterlagen mehr gefunden, wann und wo ich den gekauft habe, geschweige was ich dafür bezahlte. War aber deutlich unter 40€ so viel hab ich noch im Urin Unterbewussten gespeichert.

Aaaalso, der Glengoyne lag, bevor man ihn auf Flaschen zog in Fässern, auch wenn in der Whiskybase nur was von American Oak steht, waren es hier auch europäische Eichenfässer, in denen Sherryartiges lagerte. Und auch bei diesem Whisky gibts ein kleines Problem mit Sherrys nasty bitch, dem Schwefel. Dies vorweg.

In der Nase deutlich Sherry, aber es gibt ein ’schiefes‘ Aroma zur Fruchtnote, welches ich auf Schwefeleinfluss zurückführe. Der riecht leider nicht ‚rund‘ für mich.

Im Mund ist er angenehm süß, dabei cremig und schokoladig. Er ist deutlich warm und intensiv, etwas Fassbitterkeit kommt als Würze zur leider deutlich spürbaren Schwefelnote dazu.
Mist, so langsam ist das mit dem Schwefelschmecken echt nervig. Ich frage mich ja, ob das so ein genetisches Ding ist, ob man ‚Schwefelschmecker‘ ist oder nicht. Gar viele, auch jene, die den Stoff „Whiskys“ nicht zu ihrem Gewerbe gemacht haben und Videos drehen, schmecken diese Fehlnote nicht oder eben nicht störend raus. Mir springt das direkt ins Gesicht, voll auf die 12 mit dem schwefligen Arsch!
Notiz an mich: Rausfinden, ob das was Geerbtes ist.

Im Mund bittert der Whisky deutlich nach und er zieht den Mund schwach zusammen, ist also adstringierend.
Mit Wasserzugabe bekommt man im Abgang deutlich mehr staubigen Geschmack, der Marke: Papierstaub. Durch den hohen Alkohol und warum auch immer noch, pelzt die Zunge beim Glengoyne 12 CS deutlich auf.
Rabäää! Könnte eigentlich ein gut trinkbarer Geselle sein, ganz anders in der erahnten Geschmacksrichtung als der kleine 10er, aber durch das qualmende Feuerwerk der unfreiwilligen Geschmackszugabe leider von mir deutlich abgewertet.
Da es den aber auch scheinbar nicht mehr im Handel gibt, sollte das kein Problem sein. Eventuell sind die neuen Cask Strenght von Glengoyne ohne Alter ja wieder etwas weniger schweflig als dieser diabolische Bruder.

In der Whiskybase gibts dazu: Glengoyne 12 Cask Strenght(100proof)

Wertung Single Malt
Glengoyne 12 Cask Strenght

Geschmack:
Fass2
Ich habe lange geschwankt ob ich nicht nur eins bis zwei Fässer vergeben soll, aber ganz schlecht ist er auch nicht, deswegen gibts mit viel Augen zudrücken doch 2 Fässer.

Preis-/Leistungsverhältnis:
Smile3

Fazit: Der Glengoyne 12 CS war mir ein deutlich zu schwefliger Geselle. Auch die wohlmeinenden 57,2% retten ihn leider in meinen Augen nicht vorm Absturz.

Ihnen Ihr Blödbabbler

Rating-Info
6 Perfekt – 5 Wunderbar – 4 Lecker – 3 Gut – 2 Brauchbar – 1 Widerlich – 0 Fußbad